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29.09.2009 | Teammanagement

So wird der Betriebsausflug zur Teambildungsmaßnahme

von Sybille David, Praxisberaterin, Groß-Gerau

Der Betriebsausflug gehört inzwischen in vielen Praxen zu einer hochgeschätzten Maßnahme zur Sicherung der Mitarbeiterzufriedenheit. In zwangloser Atmosphäre, außerhalb der Praxis, kommen sich der Chef bzw. die Chefin und die MitarbeiterInnen näher und lernen sich besser kennen. Damit dieser Tag zu einem „Highlight“ wird, sollten allerdings einige Grundsätze beachtet werden.  

Wird der Betriebsausflug von allen im Team gewünscht?

Ein „verordneter“ Betriebsausflug wird wohl kaum die Erwartungen der Beteiligten erfüllen. Die Kosten, die durch den Ausflug entstehen, sind nicht zu unterschätzen. Damit dieser finanzielle Aufwand gerechtfertigt ist, sollten alle gerne am Ausflug teilnehmen. Falls ein einzelnes Teammitglied nicht teilnehmen kann, ist das natürlich zu respektieren.  

 

Praxistipp: Nicht immer muss der Chef die Planung dieses Events übernehmen. Lassen Sie sich von ihm mit einem Budget ausstatten, über das Sie eigenverantwortlich bei der Planung und Durchführung des Ausfluges verfügen dürfen. Klären Sie jedoch genau ab, was in den Budgetrahmen fällt, damit es später keine Unstimmigkeiten gibt.  

Die Planung des Betriebsausfluges

Beginnen Sie schon Monate vor dem Ausflug mit der Planung. Zunächst muss ein Termin gefunden werden, an dem möglichst viele Praxismitglieder teilnehmen können. Wenn dies früh genug geschieht, können Babysitter für die Kinder daheim organisiert werden.  

Welchen Erfolg erwarten Sie vom Betriebsausflug?

Weshalb soll der Betriebsausflug stattfinden? Dient er lediglich als Anlass zum fröhlichen Beisammensein oder ist er als eine Art Teambildungsmaßnahme gedacht? Es gibt Outdoor- Trainings, die Spiele und Aufgaben enthalten. Hier müssen Umfang und das Ziel des Trainings vorher klar sein.  

Das Ziel ist entscheidend für den Erfolg des Ausflugs

Neben dem „richtigen“ Tag trägt auch das Ziel maßgeblich zum Erfolg oder Misserfolg eines Praxisausflugs bei. Stimmen Sie das Ziel mit dem gesamten Team ab. Noch wichtiger als das Ziel selbst ist die Planung, was an diesem Tag passieren soll: Wollen Sie Kultur, bietet sich zum Beispiel eine Stadt an, die Sie gemeinsam besichtigen und durch eine gebuchte Führung besser kennen lernen. Viele Städte bieten sehr kurzweilige Stadtführungen an. So gibt es in Passau die Führung durch einen „Pestarzt“, der die Teilnehmer ins Mittelalter entführt. Andere Städte bieten Führungen mit einem Nachtwächter an, der Sie mit Fackeln durch nächtliche Gassen führt. Eine Schifffahrt kann den Tag ebenfalls bereichern. Auch der Besuch eines Volksfestes oder eines Freizeitparks sind beliebte Ausflugsziele. Durch günstige Flugpreise kann selbst ein Ausflug in eine europäische Metropole in Frage kommen.  

Planen Sie unbedingt ausreichend Pausen und Rast ein!

Bedenken Sie jedoch bei jeder Planung, dass Sie nicht zu viel Programm in den Tag hineinpacken. Schließlich soll ein solcher Ausflug auch dazu dienen, sich miteinander zu unterhalten, sich besser kennenzulernen und Spaß zu haben. Dazu gehört Zeit, die nicht mit Aktivitäten vollgepackt ist, denn diese bietet erst die Gelegenheit zum intensiveren Austausch.  

Den Ausflug nutzen, um „Danke“ zu sagen

Tipp an den Praxisinhaber: Bereiten Sie eine kleine Rede vor und bedanken sich einmal offiziell beim gesamten Team. Sagen Sie „Danke“ für die harmonische Zusammenarbeit, für die tägliche gemeinsame Bewältigung aller Aufgaben, für die Unterstützung und Hilfe im Arbeitsalltag. Ein gemeinsamer Ausflug ist eine hervorragende Gelegenheit, um das vermeintlich Selbstverständliche einmal hervorzuheben.  

Kein Ausflug als Konfliktlösungsstrategie

Wenn die Praxis gerade eine finanzielle Krise durchlebt, sollte auf einen Ausflug verzichtet werden. Und wenn Sie vielleicht erwarten, eine gemeinsame Aktivität könnte den Praxisfrieden wieder herstellen, ist dies meist ein Trugschluss.  

Der „Betriebsausflugs-Knigge“

Ein gemeinsamer Ausflug in eher privater und lockerer Atmosphäre soll nicht dazu führen, Benimmregeln außer Kraft zu setzen. Auch beim Betriebsausflug gelten alle Höflichkeitsformeln weiter. Gehen Sie maßvoll mit Alkohol um. Kleiden Sie sich auch auf dem Betriebsausflug stilsicher und verzichten Sie auf Extravagantes.  

 

Respektieren Sie die Privatsphäre Ihrer Kolleginnen und plaudern Sie keinesfalls in Feierlaune Details aus, die man Ihnen anvertraut hat. Ein Betriebsausflug ist nicht geeignet, um ein Personalgespräch zu führen oder über eine Gehaltserhöhung zu verhandeln. Wahren Sie auch die Schweigepflicht und posaunen Sie keine Patientendaten im Biergarten hinaus.  

 

Quelle: Ausgabe 10 / 2009 | Seite 17 | ID 130410