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02.06.2009 | Qualitätsmanagement

Wie setzt man eine qualitätsbezogene Dokumentation richtig um?

von Monika Pohlkamp, Qualitätsmanagerin und MFA, Sendenhorst

„Praxisteam professionell“ hat Ihnen bereits in Ausgabe 6/2008 erläutert, wie Sie Prozessabläufe richtig dokumentieren. Viele Praxen sind sich aber nicht sicher, welche Abläufe überhaupt dokumentiert werden müssen. In diesem Beitrag erfahren Sie nun, welche Dokumentationen in keinem Qualitätsmanagement-(QM)-Handbuch fehlen sollten.  

Dokumentation von Arbeits- und Verfahrensanweisungen

Am übersichtlichsten ist es, wenn Sie die verschiedenen Dokumentationen in nummerierten Registern alphabetisch anlegen. Je nach Fachrichtung der Praxis kann die Anzahl der Dokumente variieren. In den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gibt es keine Mengenvorgabe, was oft fälschlicherweise angenommen wird. Jedoch sollten regelmäßig wiederkehrende Abläufe einer Praxis nicht fehlen. Folgende Prozesse sind typisch:  

 

Arbeitsanweisungen (AA)

  • AA - Annahme von Telefongesprächen
  • AA - Ausstellung von Überweisungen
  • AA - Ausstellung von Bescheinigungen
  • AA - Ausstellung von Rezepten
  • AA - Bearbeitung von Posteingang und -ausgang
  • AA - Blutentnahme
  • AA - Blutdruckmessung
  • AA - BSG
  • AA - Datensicherheit
  • AA - Pflege und Instandhaltung einzelner Geräte in der Praxis
  • AA - Terminvergabe
  • AA - Verwaltung der Patientenkarten
  • AA - Behandlungsvorbereitungen (bitte jede einzeln aufführen)

Verfahrensanweisungen (VA)

  • VA - Änderungsdienst
  • VA - Befundberichte für Ämter
  • VA - Bestellungen
  • VA - Durchführung von Personalgesprächen
  • VA - Einstellung neuer Mitarbeiter
  • VA - Ermittlung des Schulungsbedarfs der Mitarbeiter
  • VA - Erstellung von QM-Dokumenten
  • VA - Injektionen
  • VA - Interne Audits
  • VA - QM-Bewertung
  • VA - Verhalten im Brandfall

Zur Erinnerung: Arbeitsanweisungen (AA) sind Abläufe, die nur von einer Person durchgeführt werden. Verfahrensanweisungen (VA) sind Abläufe, an denen mehrere Personen beteiligt sind.  

Dokumentation von Formblättern und Checklisten

Alle Dokumente, bei denen es sich nicht um AA oder VA handelt und die den Planungen und der Verwaltung der Praxis dienlich sind, sind Formblätter (FB) und Checklisten. Hier die wichtigsten:  

 

Formblätter (FB)

  • FB - Investitionsplan
  • FB - Sicherheitsbelehrungen
  • FB - Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter
  • FB - Beauftragtenliste
  • FB - Ernennung des Datenschutzbeauftragten
  • FB - Ernennung des Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB)
  • FB - Geräteeinweisung
  • FB - Katastrophenplan
  • FB - Lieferantenbeurteilung
  • FB - Managementbewertung
  • FB - Medizingerätewartung
  • FB - Prüfung des Notfallkofferinhalts
  • FB - Patientenfragebogen
  • FB - Schulungsplan
  • FB - Stellenbeschreibung
  • FB - Störfallmeldung
  • FB - Urlaubsantrag
  • FB - Verschwiegenheitserklärung
  • FB - Warenbestandskontrolle
  • FB - Wochenplan Mitarbeiter
  • FB - Zuweiserbefragung
  • FB - Auditprotokoll

Checklisten

  • Inhalt des Notfallkoffers
  • Temperaturmessung Kühlschrank
  • Impfstoffvorrat
  • Check-Up vor Praxisurlaub
  • Warenbestandsliste
  • Medikamentenliste
 

Fazit

Wenn Sie Ihr QM-Handbuch nach den genannten Vorgaben aufbauen, werden Sie die Richtlinien des G-BA sicher erfüllen. Jede Praxis sollte natürlich noch für sie wichtige Arbeitsabläufe hinzufügen. Halten Sie sich immer vor Augen, welche Dokumente hilfreich sein werden, wenn zum Beispiel eine neue Kollegin in der Praxis anfängt - Sie werden dann schnell merken, welche Arbeits- und Verfahrensanweisungen sinnvoll und notwendig sind.  

Quelle: Ausgabe 06 / 2009 | Seite 3 | ID 127374