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29.09.2009 | Ausbildung

Die Auszubildende - ein wichtiger Teil des Teams und Repräsentantin der Praxis

Eine Auszubildende - unabhängig davon, ob sie gerade die Ausbildung begonnen oder bereits einige Zeit in der Praxis gelernt hat -, repräsentiert die Praxis ebenso wie jede andere Mitarbeiterin. Sie ist - wie bereits der Name sagt - in der Praxis, um den Beruf der MFA zu erlernen. Aber nicht nur die Fachkenntnisse, die zu diesem Berufsbild gehören, werden vermittelt, sondern auch viele menschliche und charakterliche Aspekte - vor allem aber die Freude und die Motivation am Beruf! Doch leider kommt es in manchen Praxen vor, dass eine Auszubildende nur eine „Mitläuferin“ ist und im Extremfall eher als billige Arbeitskraft angesehen wird. Infolgedessen wird jegliche Identifikation im Keim erstickt und die anfängliche Motivation sinkt schnell gegen Null.  

Patientenbindung gelingt über ein aufmerksames Team

Betrachtet man die Kriterien, nach denen Patienten entscheiden, ob sie sich in Ihrer Praxis wohlfühlen oder nicht, so wird sehr schnell deutlich, dass der Service und die Aufmerksamkeit dem Patienten gegenüber die wichtigsten Kriterien sind, die über einen positiven oder negativen Ausgang der (Geschäfts-)Beziehung bestimmen. Daher ist es entscheidend, dass sowohl die Praxis als auch die Auszubildende selbst um ihre Außenwirkung wissen.  

Jeder Tag in der Praxis ist wichtig!

Erklären Sie Ihrer Auszubildenden schon am ersten Tag, wie wichtig ihr Verhalten gegenüber den Patienten ist. Dies beginnt schon mit dem „Aufrufen“ des Patienten aus dem Wartebereich und der Begleitung ins Behandlungszimmer. Am einfachsten ist es, wenn Sie in Ihrem Qualitätsmanagement (QM)-Handbuch eine Liste vorhalten, die den Umgang mit den Patienten in der Praxis genau erläutert. An diesem Leitfaden kann sich die Auszubildende orientieren:  

 

  • Den Patienten immer mit Namen ansprechen!
  • Laut und deutlich sprechen, aber bitte nicht schreien!
  • Jeden Patienten begrüßen und dabei lächeln!
  • Den Patienten ansehen, wenn Sie mit ihm reden!
  • Gegebenenfalls den Patienten nach seinem Befinden fragen!
  • Falls nötig, dem Patienten die Jacke abnehmen oder ihm in die Jacke helfen!

 

Motivieren Sie durch Loben, aber besprechen Sie auch die Dinge, die nicht gut gelaufen sind. Auch Fehler und der Umgang mit Kritik gehören zur Ausbildung dazu. Lesen Sie zum Thema QM-Handbuch auch die Ausgaben 6/2008 und 6/2009 von „Praxisteam professionell“.  

Sind Sie ein Vorbild?

Bedenken Sie immer, dass die Anforderungen, die Sie an Ihre Auszubildenden stellen, auch von Ihnen erfüllt werden müssen. Selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind, so ist es doch enorm wichtig, dass Sie die Bedeutung Ihrer Vorbildfunktion kennen. „Tragen“ Sie selbst ein Lächeln bei der Begrüßung der Patienten? Strahlen Sie die Freude am Beruf aus, die Sie von Ihrer Auszubildenden erwarten? Übernehmen Sie für Ihre Fehler die Verantwortung? Wie gehen Sie mit den Patienten um? Und: Sitzt Ihre Kleidung korrekt? Ist sie sauber, ordentlich gebügelt und tragen Sie Ihr Namensschild? Wie gepflegt sind Ihre Fingernägel? Und wie sitzen die Haare?  

Kommunikationstraining ist nicht nur etwas für Profis!

In den letzten Jahren ist die Bedeutung von Kommunikation als Erfolgsfaktor immer deutlicher geworden. Auch hier gilt, dass alle im Team - einschließlich der Auszubildenden - sich in diesem Bereich intensiv fortbilden müssen. Die Auszubildende als Teil der Praxis sollte die gleiche Sprache sprechen! Sie sollte die gleichen Kenntnisse besitzen und die Kommunikation als Teil ihres Berufs ansehen. Auch Profis haben irgendwann einmal angefangen.  

Geeignete Bewerberinnen gezielt aussuchen

Ihre Praxis sollte die grundlegenden und gewünschten Eigenschaften, die eine Auszubildende mitbringen sollte, klar definieren und festlegen, bevor die nächsten Bewerbungsgespräche beginnen. Denn in den letzten Jahren ist es zunehmend schwieriger geworden, geeignete Bewerber zu finden. Gerade in Bezug auf den Servicegedanken und die Zusammenarbeit des Teams ist es jedoch wichtig, eine Mitarbeiterin zu finden, die Ihre Anforderungen, die Sie im Idealfall schriftlich fixiert haben, erfüllen kann.  

 

Zum Eigenschaftsprofil zählen nicht nur die schulischen Noten, sondern besonders die Eigenschaften, die im Umgang mit Menschen von großer Bedeutung sind:  

 

  • Offenheit und Einfühlungsvermögen
  • Eine klare und deutliche Aussprache
  • Freundlichkeit im Umgang mit den Patienten und den KollegInnen
  • Gepflegtes Aussehen
  • Kritikfähigkeit

Fazit

Machen Sie Ihrer Auszubildenden klar, welchen Stellenwert sie in Ihrer Praxis hat und wie wichtig ihr Auftreten gegenüber den Patienten ist. Seien Sie ein Vorbild und vermitteln Sie die Freude an Ihrem Beruf. Machen Sie Ihre Auszubildende zu etwas Besonderem!  

 

Quelle: Ausgabe 10 / 2009 | Seite 19 | ID 130411